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Erzengel, Erzengelin oder jenseits davon?

Erzengel, Erzengelin oder jenseits davon?

Über Geschlecht, feinstoffliche Welten und warum wir Menschen so dringend Bilder brauchen

Erzengel sind fast immer männlich. Michael, Gabriel, Raphael. Kraftvolle Erscheinungen, himmlische Autoritäten mit klarer Aufgabenbeschreibung. Und irgendwann, mitten in einer Produktentwicklung, saß ich da und dachte mir: „Warum eigentlich? Warum sind diese feinstofflichen Wesen so eindeutig geschlechtlich definiert, obwohl wir doch über eine Ebene sprechen, die jenseits von Biologie, Körper und materieller Form liegen soll?

Warum Menschen ohne Bilder kaum auskommen

Der Mensch denkt in Bildern. Wir brauchen Symbole, Namen, Kategorien. Sie helfen uns, Welt zu ordnen, Zusammenhänge zu verstehen und Beziehungen herzustellen – sowohl im sichtbaren als auch im unsichtbaren Bereich. Ohne Zuordnungen entsteht schnell Unsicherheit. Mit Zuordnungen entsteht Struktur.

Das gilt für den Alltag genauso wie für Spiritualität.

Die duale Welt und unser Bedürfnis nach Ordnung

Wir leben in einer Welt, die stark dual organisiert ist. Hell und Dunkel, richtig und falsch, männlich und weiblich. Diese Gegensätze schaffen Orientierung. Gleichzeitig tun wir uns erstaunlich schwer mit allem, was sich nicht eindeutig einordnen lässt. Und Uneindeutigkeit verunsichert, Spektren irritieren, das ist nicht nur in der Engelwelt so. Die verschiedenen Abstufungen dazwischen verlangen innere Beweglichkeit.

Und genau das ist für Viele anstrengend.

Geschlecht als Strukturhilfe – nicht nur in der Welt

Die Geschlechterdiskussion ist im Gange, denn Geschlecht kann in den verschiedensten Ebenen geordnet werden. Es bietet aber auch eine Strukturhilfe, die leider nicht ohne Wertung auskommt. Wir ordnen Qualitäten zu, bilden Typologien, schaffen Identitäten und vor allem ein Machtgefälle – zu ungunsten von Minderheiten und natürlich Frauen. Egal ob es mir gefällt oder nicht, es wird eingeteilt, zugeordnet und auf- und abgewertet. Wie sieht das nun in der feinstofflichen Welt aus?

Erzengel und ihre Herkunft

Die Begrifflichkeiten rund um Erzengel stammen stark aus religiösen, insbesondere kirchlich-patriarchalen Traditionen. Und innerhalb dieser Systeme wurden die bekannten Erzengel eindeutig männlich definiert. Nicht unbedingt, weil die feinstoffliche Welt das gebraucht hätte sondern weil Männer in diesen Machtsystemen auch die feinstoffliche Mann männlich definieren wollten.

Meine persönliche These zur feinstofflichen Welt

Meine eigene innere Haltung ist hier für mich sehr klar. Ich gehe davon aus, dass feinstoffliche Ebenen nicht in Polaritäten organisiert sind. Die feinstoffliche Welt kommt meiner Meinung nach, ohne patriarchale Machtgelüste aus - das hoffe ich! Der Erzengel Michael könnte genauso gut eine Erzengelin Michaela sein. Oder weder noch. Oder beides zugleich. Wir sprechen hier über Bilder. Nicht über Anatomie. Und vor allem sprechen wir über ein Feld, in das wir (noch) keinen Einblick haben und es einfach nicht wissen können!

Die Herausforderung in der Produktentwicklung

Als ich meine Erzengel-Edelsteinessenzen entwickelte, stand ich genau vor dieser Frage. Philosophisch betrachtet hätte ich liebend gern geschlechtsneutrale oder spektrale Benennungen gewählt.

Praktisch betrachtet lebt das Produkt jedoch in einer Welt, die mit bestehenden Bildern arbeitet.

Menschen suchen Wiedererkennbarkeit und Themen, nicht ontologische Debatten. Und unabhängig davon,  welches Weltbild jemand bevorzugt, wirken Erzengelbilder ja vor allem über ihre zugeschriebenen Qualitäten wie Schutz, Klarheit, Heilung, Inspiration. Genau diese Qualitäten stehen auch im Zentrum meiner Essenzen.

Warum eine „Umtaufe“ das Problem nicht löst

Eine nachträgliche Umbenennung aller Erzengel-Produkte wäre originell gewesen und hätte mich gereizt, würde jedoch die grundlegende Frage nicht lösen, denn das Thema liegt tiefer. Es geht in Wirklichkeit nicht um Namen. Es geht um unsere Beziehung zu Bildern, Zuordnungen und kulturellen Prägungen.

Ein kleiner gesellschaftlicher Realitätscheck

Und hier wird es spannend. Wir leben nach wie vor in einer Gesellschaft, in der „männlich“ strukturell oft höher bewertet wird als „weiblich“. Berufsfelder mit hohem Frauenanteil sind statistisch schlechter bezahlt. Weiblich konnotierte Tätigkeiten gelten häufig als weniger prestigeträchtig.

Es würde mich nicht wundern, wenn aus einem kraftvollen Erzengelprofil gesellschaftlich schnell eine „Gottesbotinnen-Briefträgerin“ würde. Und ja – genau hier liegt das eigentliche Problem der Umbenennung.

Mögliche Wege im Umgang mit spirituellen Bildern

Was also tun? Eine mögliche Lösung liegt für mich in größerer innerer Beweglichkeit. Für neue Produkte werde ich den Schritt auf das Spektrum wagen, geschlechtsneutrale Benennungen können neue Räume öffnen, weibliche Pendants dürfen gleichwertig existieren – und selbstverständlich bei voller (symbolischer) Lohngleichstellung denn es geht um Wertigkeit! 

Fazit

Erzengel sind kraftvolle archetypische Bilder. Sie wirken über Qualitäten, nicht über Geschlecht. Die feinstoffliche Welt benötigt (vermutlich) keine biologischen Kategorien – wir Menschen jedoch sehr wohl.

Vielleicht liegt die eigentliche Entwicklung daher nicht in der feinstofflichen Ebene sondern in unserer Fähigkeit, Bilder flexibler, freier und weniger hierarchisch zu betrachten.

Autorin: Claudia Lämmermeyer
Produktentwicklerin, Kartenberaterin und Forscherin zwischen Symbolwelt, Psychologie und Spiritualität. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit archetypischen Bildern, innerer Wahrnehmung, Selbstwirksamkeit und patriarchal-matriarchalen Strukturen.

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